Grundrechte mal anders – eine Neuinterpretation

Grundrechte mal anders – eine Neuinterpretation

In diesem Schuljahr sollte in ganz besonderes Projekt in Angriff genommen werden: Die Grundrechte aus dem Grundgesetz (§1-19) der Bundesrepublik Deutschland sollten anlässlich des Jubiläums des Grundgesetzes Gegenstand unserer Beschäftigung sein. Dafür wurde ein Kooperationsprojekt mit dem Nienburger Kulturwerk e.V. und dem „Jazztrio Kein Fernsehen“ (sic!) ins Leben gerufen. Das Jazztrio hatte vor einiger Zeit schon einmal eine Ode an die Grundrechte erschaffen und aufgeführt und in diesem Jahr wollten wir den Ansatz erneuern, darstellerisch an den Grundrechte arbeiten und dann beides verweben zu einer gemeinsamen Aufführung. Dass es im Corona-Jahr anders kam, kann man sich wohl denken…. Begonnen haben wir damit verschiedene ästhetische Formen der Darstellungskunst kennenzulernen, auszuprobieren und anzuwenden auf einzelne Grundrechtsartikel aus dem Grundgesetz. Dabei sind interessante, z.T. poetische, wilde, anarchische und spannende Szenengrundgerüste oder Szenenkeimzellen entstanden. Unter anderem arbeiteten wir mit folgenden ästhetischen Ansätzen: Performance Bewegungstheater chorisches Spiel Tanztheater nach Laban Peter Brooks Ästhetik Maskenspiel theatrale Interventionen Als dann zu allen Grundrechtsartikeln Szenenideen vorhanden und auf Video gebannt waren, sollte es an das Ausdifferenzieren gehen. Die Szenen sollten geprobt, zugespitzt und pointiert werden, die ästhetischen Ansätze ausgeschärft. Dazu sollte auch ein Probenwochenende in Drübberholz stattfinden. Leider überraschte uns dann die Schulschließung

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Szenenpotpurri der Einführungsphase

Szenenpotpurri der Einführungsphase

In der diesjährigen Einführungsphase wurden im Laufe des Schuljahres verschiedenste Szenen und Szenenfragmente erarbeitet. In den meisten Fällen stand dabei ein darstellerisch schwer zu entschlüsselnder textlicher Impuls im Mittelpunkt. Dadurch konnte erreicht werden, dass die Suchbewegungen der jeweils inszenierenden Gruppe weg vom allzu realistischen hinzu symbolischen oder abstrakteren Darstellungsweisen verschoben wurden. Galerie Videoausschnitte

Warum?

Warum?

„Beeindruckend intensive Rollenarbeit!“ Eine weitere Premiere aus dem Fachbereich Darstellendes Spiel an der ASS – „Warum?“ wird am 08. Februar im Theaterstudio am Nordertorstriftweg 22 aufgeführt Seit einigen Jahren können Schülerinnen und Schüler an der ASS das Fach Darstellendes Spiel in der Oberstufe (und auch im Abitur) belegen. Die Darstellenden Künste und die eigene Auftrittskompetenz stehen hier im Vordergrund. Daher schaffen die Schülerinnen und Schüler auch immer wieder theatrale Erlebnisse für Publikum – von der Aufführung eines nach Vorlage einstudierten Stückes, über die Entwicklung eigener Stücke zu verschiedensten Vorlage oder Themen bis hin zu sogenannten Collagen bei denen einzelne Szenen, die um ein zentrales Thema kreisen zu einem Theaterabend collageartig zusammengesetzt werden. Am Freitag den 08. Februar um 20 Uhr zeigen die Schülerinnen und Schüler eines sogenannten Ergänzungskurses Darstellendes Spiel nun eine solche Collage zum Thema „Schuld“ im kleinen Theaterstudio in der Außenstelle der ASS (Nordertorstriftweg 22). Das Thema begleitete die Schülerinnen und Schüler durch das vergangene Oberstufensemester und sie haben sich ausgehend von Amokläufen an Schulen ihre ganz eigenen Gedanken dazu gemacht und diese in Solo- und Gruppenszenen sowie Chorszenen verpackt. Daraus hat ein Dramaturgieteam einen Collageabend zusammengesetzt. Die Schülerinnen und Schüler und der

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Chatroom

Chatroom

Premiere von „Chatroom“ – ASS und Kulturwerk kooperieren Seit dem laufenden Schuljahr kooperieren die Albert-Schweitzer-Schule und das Nienburger Kulturwerk im Bereich der Theaterkunst. Schon seit etwa sechs Monaten gehen immer wieder Schülerinnen und Schüler im Kulturwerk ein uns aus – sie haben dort regulären Unterricht! Ein Großteil des Unterrichts im Fach „Darstellendes Spiel“ findet in den Räumlichkeiten und auf der Bühne des Kulturwerks statt. Am 25. Januar um 20 Uhr ist es dann soweit: Die erste im Unterricht (und darüber hinaus) entstandene Produktion als Abschlussergebnis eines Kurses wird auf der Bühne des Kulturwerks gezeigt. Mit angemessener Nervosität aber auch Vorfreude fiebern die Schülerinnen und Schüler ihrem Auftritt entgegen. Gezeigt wird eine Bearbeitung des Stücks „Chatroom“ von Enda Walsh. Sechs Teenager, komplett verschieden, und doch finden sie ein Thema, das sie alle interessiert und verbindet!  Während die einen in den Chatrooms des Internets die große Freiheit spüren und ausleben, treffen die anderen dort schwerwiegende Entscheidungen. Wer Genaueres erfahren möchte, ist herzlich eingeladen! Der Eintritt ist frei. Galerie Presse Videoausschnitte

Upgrade

Upgrade

Presse Kurs ‚Darstellendes Spiel‘ der ASS thematisiert Identitätsprobleme mit Bühnenstück Upgrade „Waldemar aktiviert. Aktueller Zeitpunkt: 6:59 Uhr. Aufwecken in 10 Sekunden …….. .AUFSTEHEN! AUFSTEHEN! AUFSTEHEN!“ Was ist das denn für ein infernalischer Lärm? Und wer ist Waldemar? Hat sich meine sprachgesteuerte, internetbasierte Assistentin Alexa etwa einer Persönlichkeitsveränderung unterzogen? Wer sich aufgeschreckt am Donnerstag oder Freitag genau diese Fragen stellte, der sei halbwegs beruhigt: Nein, Alexa ist es nicht, das traute eigene Heim ebenfalls nicht, 6:59 Uhr schon gar nicht. Stattdessen befinden wir uns im Theaterraum im Gebäude Nordertorstriftweg der Albert-Schweitzer-Schule, es ist 20 Uhr und Waldemar ist Bestandteil des Theaterstückes >Upgrade<, das just zu dem Zeitpunkt am 7.6. und 8.6. vom Kurs ‚Darstellendes Spiel‘ (Leitung: Andreas Busch) aufgeführt wird. Warum nur halbwegs beruhigt? Weil die Sache mit der Persönlichkeitsveränderung so falsch gar nicht ist! In dem Stück, das die Akteure des 11. Jahrgangs erst seit März konzipiert und erarbeitet hatten, geht es um Wünsche, die allen Menschen vertraut sind und ganz speziell Jugendliche umtreibt: Wäre ich doch nur anders! Wäre ich doch nicht so, wie ich bin! Könnte ich mich doch nur in eine andere Person verwandeln! Im Stück ist es Patrick (leise-introvertiert im Ton,

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Dein Irre – Mein Menschlich

Dein Irre – Mein Menschlich

Befremdet betrachteten Benutzer der Parkgarage des Rathauses die bemitleidenswert desolate Braut, die an einem kalten Januarabend auf dem nackten Betonboden des Tiefgeschosses saß. Um sie herum lag eine zerlesene Ausgabe der Harke, in ihrer Hand hielt sie eine Zigarre. Was war hier los? War die Polizei informiert? Hatte jemand einen Arzt oder besser noch die Psychiatrie gerufen? Und vor allem, warum standen so viele Gaffer unbeteiligt um die junge verweinte Frau herum, ohne ihr zu helfen? Was die parkenden Passanten kaum ahnen konnten: Es handelte sich um eine Aufführung des Theaterprojekts mit dem Titel „Dein Irre – Mein Menschlich“, dessen Abschlussszene im brutalistischen Parkhaus gezeigt wurde. Hinter der Aufführung steckten Schülerinnen und Schüler des 11. und 12. Jahrgangs der Albert-Schweitzer-Schule. Im Rahmen des Unterrichtsfachs Darstellendes Spiel hatte ihnen Kursleiter Andreas Busch die Aufgabe gestellt, Solo-Szenen zu inszenieren, die schließlich vor Publikum an einem öffentlichen Ort präsentiert werden sollten. Im Verlauf des Unterrichts entstand so eine große Zahl von Monologen, deren einziger Zusammenhang darin bestand, dass sie Menschen in emotionalen Extremsituationen zeigten. Um eine inhaltliche Klammer für die Szenen zu finden, kamen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen auf die Idee, ihre Monologe in eine fiktive Nervenheilanstalt zu

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„Wie du mir…“ – eindrucksvolle Sozialstudie auf der Bühne an der ASS

„Wie du mir…“ – eindrucksvolle Sozialstudie auf der Bühne an der ASS

Schülerinnen und Schüler des ersten Abiturprüfungskurses „Darstellendes Spiel“ an der ASS präsentierten am 8. und 9. Juni 2017 im Theaterstudio einen berührenden Blick in die Herzen von Emilia und Doro. Die eine schikaniert, beleidigt und mobbt die andere gnadenlos in der Schule. Später, als sich die Wege der Protagonistinnen erneut kreuzen, haben sich die Vorzeichen verändert….Bei der Aufführung von „Wie du mir, so ich dir“ beschränken sich die Schülerinnen und Schüler nicht darauf, das theatral altbekannte Bild einer sozialen Herrschafts- und Beherrschtensituation auf die Bühne zu bringen. Sie interessieren sich viel mehr für die Täterin und ihr Innenleben – woher kommt der Hass, die Freude daran, andere zu quälen? So entwickelte sich ein ganz eigenwilliger Blick auf diese soziale Problemsituation, durch den die Zuschauenden mitfiebern, mitleiden und mitweinen konnten.Wer ist die Starke, wer ist Mitläufer/in und wer hält zu wem ist keine theoretische Frage, sondern hat im alltäglichen Leben vieler Schülerinnen und Schüler eine enorme Bedeutung, zumal die sozialen Medien einen schnellen Austausch – auch von Hassbotschaften – ermöglichen. All das zeigten die Prüflinge an der ASS in einer teils rasanten, teils zum Nachdenken anregenden und teils verzaubernden Aufführung, die viele Zuschauer stark bewegte und

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