Autorenlesung mit Antje Wagner am 11.02. im Giebelsaal der ASS
Spannung lag in der Luft – oder wenn Worte zum Film werden
Kommentar zur Autorenlesung für die 8. Klassen von Ida Reinfeld
Am Mittwoch, dem 11.02.26 wurde der Giebelsaal der Albert-Schweitzer-Schule in Nienburg zu einem Geschichten-Kino. Die Autorin Antje Wagner las aus ihrem Buch „Vakuum“ – und schon nach wenigen Minuten wurde es totenstill, so dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können.
Antje Wagner erzählte nicht nur, sie zog den Raum voller lauschender Ohren in die Geschichte hinein wie in einen Tornado.
Es fühlte sich an, als würde im Kopf ein Film ablaufen, der immer spannender wird, wie eine immer höher werdende Welle. Alle warteten gespannt darauf, was als Nächstes passiert.
Niemand flüsterte, niemand raschelte – alle waren komplett in der Story gefangen.
Am Ende der Lesung wurde deutlich: Bücher sind nicht langweilig oder verstaubt. Sie können genauso mitreißend sein wie eine gute Serie – nur dass man selbst im Kopf kreativ werden muss.
Das Jugendbuch – „Unland“ von Antje Wagner
Von Mizgin Gürses
Stell dir einen Ort vor, an dem kein Vogel singt, kein Baum wächst und selbst der Wind scheint zu schweigen.
Ein Ort, der wie ein schwarzer Fleck auf der Landkarte liegt. Genauso fühlt sich „Unland“ an. Das Buch „Unland“ von Antje Wagner, 2010 erschienen, ist kein gewöhnlicher Jugendroman, es ist wie eine Tür, die sich langsam öffnet und den Blick in eine Welt voller Schatten freigibt.
Antje Wagner ist eine Jugendbuchautorin, die auch für Erwachsene schreibt, in den Genres Thriller, Mystery, Fantasy, Drama und Horror. Insgesamt hat sie 17 Bücher veröffentlicht. Ihre Geschichten sind wie ein Gewitter: Erst ist es still, doch dann ziehen dunkle Wolken auf und plötzlich entlädt sich die Spannung mit voller Kraft. Besonders spannend ist, dass sie sich von echten Geschichten inspirieren lässt. Dadurch wirkt vieles so real, als würde man kein Buch lesen, sondern ein verborgenes Tagebuch.
Im Mittelpunkt von „Unland“ steht Franka Reinhold aus Berlin. Sie kommt in das Wohnprojekt Haus Eulenruh im Dorf Waldburg in Sachsen-Anhalt. Waldburg ist ein kleines Dorf mit nur etwa 750 Einwohnern und liegt ungefähr 80 Kilometer von Berlin entfernt. Doch Unland ist kein normaler Ort. Es ist ein verlassener, „toter“ Ort. Dort gibt es keine Tiere, keine Pflanzen – nichts Lebendiges. Ein Elektrozaun umgibt das ganze Gebiet wie eine unsichtbare Grenze zwischen unserer Welt und einer dunklen, geheimnisvollen Welt.
Im Haus leben mehrere Kinder und Jugendliche zwischen fünf und achtzehn Jahren. Doch irgendetwas stimmt nicht. Geheimnisse liegen in der Luft wie dichter Nebel. Beim Lesen fühlt man sich wie ein Detektiv, der jedes kleine Detail untersucht. Jede Seite ist wie ein Puzzleteil, das langsam ein erschreckendes Bild entstehen lässt. Und mitten in dieser düsteren Atmosphäre gibt es auch den Dackel Fusel, der wie ein kleiner Lichtstrahl wirkt.
Viele Leser sagen, die Autorin sei streng zu ihren Figuren, denn sie schenke ihnen kein typisches Happy End. Die Geschichte sei eher wie ein kalter Windstoß als wie eine warme Sommerbrise. Wer nur fröhliche Geschichten mag, solle vielleicht ein anderes Buch wählen, sagt Antje Wagner selbst. Doch durch das brutale Ende bleibe „Unland“ eindrucksvoll, unheimlich und noch lange im Kopf ihrer Leser.
Genau dies erreichte die Autorin auch dieses Mal wieder, als sie den achten Klassen der Albert-Schweitzer-Schule ihre Romane im Giebelsaal vorstellte, in ihrer gewohnt lockeren und gleichzeitig fesselnden Art. Ihre Romane können in der Schulbibliothek ausgeliehen werden.
Was steckt hinter einer Autorin?
Von: Amalia Ayla Yilmaz
Wie entsteht Spannung in einem Buch? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Autorenlesung mit Antje Wagner, die am Mittwoch, dem 11.02.26 an der Albert-Schweitzer-Schule ihren Mystery-Thriller präsentierte.
Der Roman, um den sich die knapp 90-minütige Darbietung drehte, heißt VAKUUM und wurde 2012 veröffentlicht.
Als erstes klärte die Autorin eine Sache auf, die mich wirklich schockierte: Wusstet ihr, dass ein Buchcover mit samt dem Titel – also alles was außerhalb des Buchinhaltes steht, nicht von dem/der Autor/-in entwickelt wird, sondern von dem Verlag?
Nach dieser Erklärung stellte Antje Wagner die Hauptfiguren vor: Hannes, Alissa, Leon und ihre Lieblingsfigur Cora. Cora ist 16 Jahre jung, derzeit im Jugendknast, ist gerne allein und für sich. Sie möchte ungern Freunde haben. Stück für Stück las und erzählte die Autorin aus dem Leben Coras mit ein wenig Ironie und ganz viel Spannung. Was mir jedoch besonders gefiel, war die Art wie sie gelesen hat: Man wollte gar nicht, dass die Lesung endet. Dabei fand ich Antje Wagner sehr sympathisch. Mit ihrem Lächeln hat sie den Raum voller Liebe und Wärme bezaubert.
Meiner Meinung nach waren die spannendsten Minuten, als sie von ihrer Erfahrung mit dem Jugendknast berichtete. Sie brauchte nämlich ein ganzes Jahr, um alles über deutsche Gefängnisse herauszufinden und perfekt über Cora zu schreiben. Antje Wagner kaufte dafür alte Videokassetten, schaute Dokumentationen und traf sich mit Angestellten aus dem Gefängnis. Ebenso befragte sie ehemalige Bewohner und durfte sogar eine Nacht in einem Gefängnis verbringen. Dadurch konnte sie sich besonders gut in Coras Rolle hineinversetzen, so die Autorin.
Die Lesung hat mir gezeigt, dass hinter jedem Buch viel mehr steckt, als man beim Lesen merkt. Es war etwas Besonderes, eine Autorin persönlich kennenzulernen und ihre Gedanken direkt zu hören.








