Rückblick Gedenkstättenfahrt 2025
24.-30.11.2025
ein Bericht von Monja Rößler und Franziska Teichert, Jahrgang 11

Dzień dobry (zu Deutsch „Guten Tag“)! Ein Satz, den Schülerinnen und Schüler der Nienburger Schulen ASS, IGS, MDG, OBS und OBS Marklohe in der vergangenen Woche in Oświęcim lernten.
Der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Nienburg lud die Jugendlichen zu einer Gedenkstättenfahrt ein. Nachdem die Bewerbung über die Schulen erfolgt war, lernten sich alle bei zwei Vortreffen kennen. Im Mittelpunkt standen die Präsentationen zu den verschiedenen Opfergruppen des Holocaust.
Am 24.11.2025 machten sich die 44 Jugendlichen zusammen mit den Begleitpersonen Annette Heydorn (ASS), Vivien Mikos (IGS), Elmar Rux (MDG), Christina Chantzi (OBS) und Andrzej Bojarski (OBS Marklohe) auf den Weg nach Polen. Zudem begleiteten Torsten Rötschke und Martin Lechler aus dem Kirchenkreis die Gruppe. Sicher durch Polen navigierte sie ihr Busfahrer Mariusz.
Nach einem kurzen Zwischenstopp in einem Hotel zog die Gruppe am Dienstagmorgen in die Internationale Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim. Das Programm startete mit einem Besuch im jüdischen Zentrum der Stadt. Dort wurde der Einfluss der jüdischen Gemeinde über die Jahrzehnte erklärt. Hinzu kam ein Besuch der örtlichen Synagoge. Ergänzt wurde das neu Gelernte durch einen Stadtrundgang.
Am Nachmittag wurden die Teilnehmenden über die Geschichte der Internationalen Jugendbegegnungsstätte (IJBS) informiert und auf den anstehenden Gedenkstättenbesuch vorbereitet.
Am Mittwochmorgen besuchte die Gruppe die Gedenkstätte Auschwitz Stammlager I. Dort wurde sie in zwei Gruppen aufgeteilt und begann mit Guides einen Rundgang. Dieser führte vom Torbogen über die Baracken und den Todestrakt bis zum Krematorium I. Besonders die persönlichen Gegenstände der Häftlinge, die dort ausgestellt waren, hinterließen bei allen Beteiligten einen tiefen Eindruck.
Der Nachmittag begann mit einem Zeitzeugeninterview, das bei einer früheren Gedenkstättenfahrt aufgenommen worden war. Anschließend starteten die Workshops, in denen die Teilnehmenden ihre Eindrücke kreativ aufarbeiteten.
Am Donnerstag ging es zur Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau II. Begrüßt von den Guides des Vortages besichtigte die Gruppe die Holzbaracken, die Rampe, das Frauenlager, die Ruinen der Krematorien sowie die Dauerausstellung in der sogenannten „Sauna“, die die SS früher als Registrierungsgebäude nutzte. Die Ausstellung enthielt zahlreiche Fotografien, deren abgebildete Personen teilweise identifiziert werden konnten – teils mit Informationen zu ihren Lebensgeschichten.
Am Nachmittag arbeiteten die Workshops intensiv an ihren Projekten weiter.
Am Freitag konnten die Teilnehmenden ihr Programm wählen. Ein Teil der Gruppe besuchte das Kloster Harmęże, in dem Gemälde von Marian Kołodziej ausgestellt sind. Er überlebte den Holocaust und verarbeitete seine Erfahrungen in Zeichnungen und Bildern. Ein anderer Teil besuchte die ehemalige Villa Höß, in der derzeit ein Zentrum zur Arbeit gegen Extremismus und Antisemitismus entsteht. Beide Gruppen besuchten zudem das Gedenkmuseum der Einwohner Oświęcims.
Den Abschluss des Tages bildete die Präsentation der Workshop-Ergebnisse. Vorgestellt wurden ein Theaterstück, Essays, Gedichte, eine Fotopräsentation zur Reise sowie eine Kunstausstellung.
Der Abschlusstag wurde in Krakau verbracht. Er begann mit einer Führung durch das ehemalige Ghetto und das jüdische Viertel. Anschließend stand den Jugendlichen Zeit zur freien Verfügung zur Verfügung. Gekrönt wurde der Tag mit einem gemeinsamen Abendessen im Restaurant Ariel. Neben koscherem Essen spielte eine Klezmer-Band ein Konzert, das für eine besondere Atmosphäre sorgte.
Die täglichen freiwilligen Morgenandachten und Nachtgedanken boten Raum zur Verarbeitung des Erlebten. Besonders wichtig war der Gruppe auch das gemeinsame tägliche Singen.
Alle Teilnehmenden nahmen aus dieser Woche nicht nur Wissen, sondern auch ein gestärktes Bewusstsein für ihre eigene Verantwortung im Kampf gegen Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit mit. Sie sind sehr dankbar für die Möglichkeit, Teil dieser Gedenkstättenfahrt gewesen zu sein.
Abschließend gilt ein besonderer Dank den Sponsoren, die diese Fahrt ermöglicht haben:
- Evangelisch-lutherische Landeskirche
- Evangelisch-lutherischer Kirchenkreis Nienburg
- Landkreis Nienburg/Weser
- Bürgerstiftung
- Antonia-Winkler-Stiftung
- Adi-Pleines-Stiftung
- Lions Club Cor Leonis
Teilnehmende Schulen:
- Albert-Schweitzer-Schule, Nienburg
- IGS Nienburg
- Marion-Dönhoff-Gymnasium, Nienburg
- OBS Marklohe
- OBS Nienburg
Durchführung und Organisation:
- Torsten Rötschke
- Martin Lechler
- Andrzej Bojarski
