„Bei schönem Sonnenschein rudern kann jeder. Aber bei diesem windigen, nassen und kalten Wetter ist das schon besondere Leistung.“ Mit diesen treffenden Worten brachte Manuel Wehr, 1. Vorsitzender des Ruder-Vereins Nienburg (RVN), die besonderen Bedingungen der 2. Stadtregatta am vergangenen Sonntag auf den Punkt. Denn der Wettergott hatte an diesem Tag offensichtlich andere Pläne als die Organisatoren und Teilnehmer. Wind, Regen und niedrige Temperaturen machten die Regatta zu einer besonderen Herausforderung. Unbeeindruckt davon stiegen die Mannschaften hoch motiviert in ihre Ruderboote und präsentierten dem Publikum auf der 400 Meter langen Regattastrecke spannende Rennen. Sichtbar zufrieden zeigten sich die Trainer der Ruderriege der Albert-Schweitzer-Schule (RRASS) und des RVN von den Leistungen ihrer Schützlinge. Schließlich hatten die Ruder-Neulinge gerade einmal vier Wochen Vorbereitungszeit, um die Grundzüge und Techniken des Ruderns zu erlernen. „Rudern sieht immer so leicht aus“, weiß man beim RVN. „Wer sich jedoch einmal selbst in ein Ruderboot gewagt hat, merkt sehr schnell, dass dem nicht so ist.“ Die richtige Rudertechnik von der Pike auf zu erlernen und ein Boot gemeinsam mit der Mannschaft sicher und möglichst gleichmäßig zu beherrschen, erfordert viele Trainingsstunden. Doch nicht nur Technik und Kondition mussten die Ruder-Rookies unter Beweis stellen.
Nienburg/Dörpen – Eine ereignisreiche Woche auf dem Wasser liegt hinter den Schülerinnen und Schülern der Ruderriege der Albert-Schweitzer-Schule (ASS). Vom 1. bis zum 7. August verbrachten rund 13 Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 13 ein abwechslungsreiches Ruderlager in Dörpen. Dabei standen nicht nur Training und Übungsfahrten auf dem Programm – vor allem der Spaß und die Gemeinschaft kamen nicht zu kurz. Während der täglichen Rudereinheiten konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Technik verbessern, längere Strecken zurücklegen und Erfahrungen auf dem Wasser sammeln. Besonders bei einer kleinen Wanderfahrt zeigte sich, wie viel Ausdauer und Teamarbeit beim Rudern gefragt sind. Ob im Einer, Zweier oder in größeren Booten: Alle waren mit Begeisterung dabei. Für eine willkommene Abwechslung sorgten die zahlreichen Wasserspiele. Mit den vorhandenen Ruderbooten wurde unter anderem ein besonderes „Tauziehen“ veranstaltet: Zwei Einer wurden mit einem Seil miteinander verbunden, und anschließend versuchten die jeweiligen Personen, das gegnerische Boot auf ihre Seite zu ziehen. Dabei waren nicht nur Kraft, sondern auch Koordination gefragt. Auch ein Stand-up-Paddle-Board (SUP) kam zum Einsatz. Es wurde an einem Gig-Doppelvierer befestigt und anschließend durch das Wasser gezogen. So konnten die Schülerinnen und Schüler einmal eine ganz andere Perspektive auf das
Die Regattatage in Hannover auf dem Maschsee sollten nicht das letzte Highlight vor den Sommerferien sein. Denn direkt am Dienstag, den 23. Juni, machte sich die Ruderriege auf den Weg nach Wetzlar in Hessen, um dort die Lahn auf einer mehrtägigen Wanderfahrt zu erkunden. Nach einer kurzen Besprechung der einzelnen Etappen startete am Dienstagmorgen die rund vierstündige Busfahrt. Da die Lahn unterhalb des Bootshauses in Wetzlar vorübergehend nicht gut befahrbar war, wurden die Boote an einer anderen Stelle eingesetzt. Dort wurden die Boote auch aufgeriggert und dann am nächsten Morgen zu Wasser gelassen. Der erste Tag endete traditionell mit Ravioli zum Abendessen. Am nächsten Morgen begann die erste Etappe. Obwohl die Tagesstrecken vergleichsweise kurz waren, stellte die Wanderfahrt die Ruderinnen und Ruderer vor besondere Herausforderungen. Während einer Hitzewelle mit Temperaturen von über 35 Grad waren regelmäßige Abkühlungen im Wasser und ausreichend Flüssigkeit unverzichtbar. Eine Besonderheit der Lahn waren außerdem die „analogen“ Schleusen. Hier mussten die Schleusentore noch von Hand geöffnet und geschlossen sowie der Wasserstand selbst reguliert werden – eine Erfahrung, die vielen noch lange in Erinnerung bleiben wird. Auch Stromschnellen und Untiefen sorgten unterwegs immer wieder für spannende Momente. Über Weilburg mit seinem Schiffstunnel
Am Sonntag, den 21. Juni, startete die Ruderriege der Albert-Schweitzer-Schule bei der SRVN-Regatta in Hannover. Nach einem kurzen Gewitter am Morgen konnte der Wettkampftag wie geplant beginnen. Die RRASS zeigte dabei starke Leistungen. Finja Niehold belegte im Einer einen zweiten Platz. Frida und Mathilda Henning gewannen ihren Doppelzweier souverän, ebenso fuhren Lukas Normann und Lennart Schneider ihr Rennen mit Kampfgeist. Auch Marie und Sophie Weber entschieden ihr Rennen im Doppelzweier knapp für sich. Der Ehemaligen-Vierer fuhr ebenfalls zum Sieg. Ein besonderes Highlight war das A-Finale der Schüler-Finals: Frieda Wehrmann, Lia Oyola Erneke, Mathilda Henning und Frieda Henning setzten sich in einem spannenden Rennen durch und sicherten sich den ersten Platz. Auch der Mädchenvierer im B-Finale um Finja Niehold, Mayra Husmann, Emilia Niemeyer und Neo Peters, der dankenswerterweise als Ersatz aufgrund eines Krankheitsfalles mitfuhr, zeigte eine starke Leistung. Zum Abschluss des Tages konnten sich Finja Niehold und Tom Küpke zusätzlich über den Sieg in der Geschicklichkeitswertung ihrer Altersklasse freuen. Nach diesem erfolgreichen Auftakt ging es bereits am nächsten Tag mit der JtfO-Regatta auf dem Maschsee weiter. Auch die Jugend-trainiert-für-Olympia-Regatta am Folgetag war ein Erfolg. An diesem Tag standen vor allem die Großboote und Doppelzweier im Vordergrund.
Wie in jedem spätem Frühjahr fand auch am Pfingstdienstag und den Mittwoch darauf eine Regatta in Kassel statt. Durch zunächst einer simplen Verspätung einer Zugverbindung, später aber durch einen kompletten Ausfall dieser, kamen die Mitglieder der Ruderriege erst um 23 Uhr am Bootshaus der Gastgeberruderriege an. Überraschend zu dem ist, dass vorher alle Einerrennen abgesagt wurden, Grund dafür soll eine übermäßige Anzahl an gemeldeten Einerrennen sein. Jedoch folgt bekanntlicherweise nach jedem Tief ein Hoch, so war die Ruderriege Recht erfolgreich. Lennart Schneider und Lukas Norman im Doppelzweier konnten durch das geleistete Training im Frühjahr mühelos die Führung übernehmen. Schlussendlich gewannen sie es auch. Auch das Rennvierer Rennen der jungen Mädchen um Frieda und Mathilda Henning, Frida Wehrmann und Lia Erneke besiegten ihre Konkurrenten. Trotz dessen, dass sie sich zweimal im ersten Rennen einen Krebs gefangen haben besiegten sie ihre Gegner mit drei Bootslängen Abstand. Auch das zweite Rennen gewannen sie, diesmal auch Haushoch mit 5 Bootslängen Abstand. Nach einem solchen ereignisreichen Tag ging es dann am Mittwoch Abend, erschöpft und müde zum Bahnhof und dann Richtung Heimat.
Ein sportliches und ereignisreiches Programm liegt hinter der Ruderriege: Sowohl beim traditionellen Wesermarathon als auch bei einer eigenen Wanderfahrt nach Stolzenau stellten die Schülerinnen und Schüler Ausdauer und Teamgeist unter Beweis. Am Samstag, dem 2. Mai 2026, machte sich die Ruderriege auf den Weg nach Hann. Münden, um am alljährlichen Wesermarathon teilzunehmen. Die Anreise erfolgte ab 11 Uhr mit Autos und der Bahn. Nach der Ankunft wurden die Boote direkt abgeladen und aufgeriggert, bevor die Gruppe gemeinsam zur Polizeischule ging, wo die RRASS übernachten durfte. Der Abend klang bei einem gemeinsamen Essen bei McDonalds aus, ehe es früh ins Bett ging – schließlich stand der nächste Morgen ganz im Zeichen des Marathons. Bereits um 4:30 Uhr begann der Tag, und um 5:30 Uhr gingen die ersten Boote aufs Wasser. Ziel war die 80 Kilometer entfernte Stadt Holzminden. Nach der erfolgreichen Ankunft wurden die Boote verladen und die Ruderinnen und Ruderer stärkten sich mit Bratwurst und Kuchen für die Heimreise, die anschließend mit Bus und Bahn zurück nach Nienburg führte. Doch nicht nur der Marathon sorgte für sportliche Herausforderungen. Da eine solche Strecke nicht für alle geeignet ist, organisierte die Ruderriege zusätzlich eine eigene Wanderfahrt von
Siege und Niederlagen auf dem Aasee in Münster für Lennart Schneider und Lukas Normann. „Was macht ihr denn hier?“, so die verwunderte Frage des Betreuers des Bessel Ruder Club Minden am frühen Samstagmorgen auf dem Sattelplatz der DRV-Regatta über 2000 m auf dem Aasee in Münster. Für den Bessel Ruderclub Minden (Sportgymnasium aus NRW) war es offensichtlich zurecht verwunderlich, dass die Schülerruderriege des Kleinstadtgymnasiums Nienburg an einer DRV-Regatta teilnimmt. Verwunderlich sind sicherlich die Ergebnisse der darauffolgenden zwei Regattatage, vor allem wenn man in Betracht zieht, dass beide Ruderer im Schnitt seit zwei Jahren im Boot sitzen. Ihnen fehlt also im Vergleich zu anderen 17- oder 18-jährigen A-Junioren manches an Rudererfahrung. Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass die Schülerruderriege als eigenständiger Schülerverein kein professionelles Motorboottraining anbietet, dies auch gar nicht will, sondern stattdessen jüngere und ältere „Kinder“ in wechselnden Besatzungen im Gig-Doppelvierer rudern lässt. Vor diesem Hintergrund stellt insbesondere der Erfolg im Zweier ohne, der von vielen Ruderinnen und Ruderern als am anspruchsvollsten betrachteten Bootsgattung, die Ruderwelt „ein klein wenig auf den Kopf“ – ein kleines Ruderwunder für die Kleinstadt an der Weser. Aber zunächst zu den einzelnen Rennen: Nach der Anreise am Freitagnachmittag und einem Abschlusstraining
