Wenn Physik die Evolution und Pilleneinnahme erklärt.

2. Platz im 32. Bundesweiten Wettbewerb Physik für ASS-Schüler Christian Suin de Boutemard/ Herausragende Leistungen bei den Themen Dreh- und Trägheitsmomente sowie Wärme

Charles Darwin, der Begründer der modernen Evolutionstheorie, hatte 1859 in seinem Hauptwerk „Über den Ursprung der Arten“ auf die stammesgeschichtliche Verwandtschaft der Wirbeltiere, aber auch auf ihre durch Anpassung entstandenen Unterschiede hingewiesen. So laufen z.B. Pferde nicht wie der Mensch auf fünf Zehen, sondern allein auf der dritten Zehe, der Mittelzehe, und die anderen Fingerglieder sind miteinander verwachsen oder zurückgebildet. Erklären lässt sich dies mit physikalischen Gesetzen. Und um genau diese ging es beim 32. Bundesweiten Wettbewerb Physik. Dieser wird vom Verband zur Förderung des MINT-Unterrichts (MNU), der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und der Carl-Zeiss-Stiftung durchgeführt. Dreh- und Trägheitsmomente hießen die Stichworte. Es galt zu berechnen, bei welchen Massen, Längen und Auflagen wie viel Energie für eine Bewegung aufgewendet werden muss. Und da haben Fluchttiere, wie Pferde, die auf festem Steppengras schnell fliehen müssen, mit ihrer schmalen, leichten Fußkonstruktion den geringsten Energieaufwand zu leisten und somit einen Vorteil. Schweine, die sich mehr auf weichem Untergrund bewegen, haben folglich eine ganz andere, ihrer Umwelt angepasste Fußkonstruktion.

Herausgefunden und mathematisch belegt hat dies im zweiten Schulhalbjahr 2025/2026 in physikalischen Experimenten Christian Suin de Boutemard, jetzt Schüler in der Stufe 11 der Nienburger Albert-Schweitzer-Schule, der mit drei Experimentalaufgaben an diesem Wettbewerb mit bundesweit mehreren hundert Schülern teilnahm. In der höchsten Teilnehmerklasse, jener für Fortgeschrittene, erreichte er nach einem 3. Platz in der Wettbewerbsrunde 2023/24 nun den 2. Platz. „Ich bin überglücklich über dieses Ergebnis und danke meinem Betreuer, Herrn Busch, für die Unterstützung sowie Frau Munk und Herrn Bermejo für Materialien aus der Physiksammlung“, so Christian.

Des Weiteren galt es in diesem Wettbewerb, eine elektronische Schaltung für LEDs zu konstruieren, die mit Wechselstrom wie in einem Ventil- und Umgehungssystem funktioniert. Christian konnte hier eine Analogiebeziehung zur belebten Natur, den Venenklappen und den Umgehungskreisläufen im Blutkreislauf des Menschen, herleiten. Auch bei der letzten Aufgabe, der Wärmeübertragung zwischen einzelnen Abteilungen, Kompartimenten genannt, zeigte Christian an physikalischen Wärmeexperimenten, die er durchführte, dass diese Gesetze auch in anderen Bereichen der belebten Natur gelten. So findet z.B. die Übertragung von Medikamenten zwischen den Kompartimenten Darm, Blut und später dem Zielorgan nach gleichen physikalischen und mathematischen Gesetzen wie bei der Energieübertragung statt.

Mit etwas Wehmut verabschiedet sich Christian, der seit der 8. Klasse an diesen Wettbewerben teilnahm, nun aus diesem Format, dürfen Teilnehmer doch nur bis zum Ende der Mittelstufe mitmachen. „Aber ich freue mich schon auf die kommende Oberstufe“, so der Schüler, der inzwischen in Stufe 11 seinen Wissensdurst stillt, „denn da wird der Physik- und Biounterricht von den Themen her erst so richtig spannend und interessant“. Und wie Christians Leistungskurse in der zukünftigen Qualifikationsphase der Oberstufe heißen werden, ist hiernach kein Geheimnis mehr. Physik und Charles Darwins Evolutionstheorie werden sicher mit dabei sein.

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