
Wie in jedem Jahr lud die Schule nach dem offiziellen Beginn der Weihnachtsferien zu einem eigenen Gottesdienst in St. Martin ein. Statt nach der Schule einfach heimzugehen oder sich um die Weihnachtsvorbereitungen zu kümmern, waren auch im Jahr 2016 so viele Schülerinnen und Schüler gekommen, dass es nur noch wenige freie Plätze in Nienburgs Hauptkirche gab. Warum ist der Gottesdienst, dessen Besuch freiwillig ist, so beliebt bei den Jugendlichen? Jurek Hegemann aus der Jahrgangsstufe 11 versucht die Attraktivität der Veranstaltung zu erklären: „Der Gottesdienst ist ein Spiegel unseres Schullebens. Es machen Schülerinnen und Schüler aus allen Jahrgangsstufen bei der Gestaltung mit. Lehrer und Schüler aller Altersgruppen arbeiten über Wochen zusammen, um zu Weihnachten etwas auf die Beine zu stellen. Das ist viel Arbeit, aber es macht auch Spaß, das Resultat anzuschauen. Außerdem verbindet die gemeinsame Arbeit uns als Schule.“

Auf Initiative der Religionslehrerin Frau Baudewig und der engagierten Unterstützung durch die Elternvertreterin Frau Bahar ist es der ASS gelungen, Samet Er, Master-Student der Islamischen Theologie an der Uni Osnabrück und Schulbeauftragter des Landes für interreligiösen Dialog, an die Schule zu holen, um mit dem 7. Jahrgang, in dem das Thema Islam auf dem Lehrplan steht, die Frage „Islam unter Generalverdacht?“ zu erörtern. Aus großer Sorge um die Gesellschaft und den sozialen Frieden in Deutschland hielt es Frau Baudewig für dringend erforderlich, den Schülern die Möglichkeit zu geben, einen eigenen Eindruck zum Thema Islam und seine Beurteilung in der Öffentlichkeit zu bekommen („Der Islam ist doch gar keine Religion, sondern eine Ideologie“). Unwissen und Desinteresse, aber auch fehlende Kontakte unterstützen solche diskreditierenden Meinungen. Misstrauen und Hass werden geschürt und treiben die jungen Moslems geradezu in die Fänge der Islamisten.
