Wind, Regen und spannende Rennen: Die 2. Nienburger Stadtregatta begeistert

„Bei schönem Sonnenschein rudern kann jeder. Aber bei diesem windigen, nassen und kalten Wetter ist das schon besondere Leistung.“ Mit diesen treffenden Worten brachte Manuel Wehr, 1. Vorsitzender des Ruder-Vereins Nienburg (RVN), die besonderen Bedingungen der 2. Stadtregatta am vergangenen Sonntag auf den Punkt.
Denn der Wettergott hatte an diesem Tag offensichtlich andere Pläne als die Organisatoren und Teilnehmer. Wind, Regen und niedrige Temperaturen machten die Regatta zu einer besonderen Herausforderung. Unbeeindruckt davon stiegen die Mannschaften hoch motiviert in ihre Ruderboote und präsentierten dem Publikum auf der 400 Meter langen Regattastrecke spannende Rennen.
Sichtbar zufrieden zeigten sich die Trainer der Ruderriege der Albert-Schweitzer-Schule (RRASS) und des RVN von den Leistungen ihrer Schützlinge. Schließlich hatten die Ruder-Neulinge gerade einmal vier Wochen Vorbereitungszeit, um die Grundzüge und Techniken des Ruderns zu erlernen.
„Rudern sieht immer so leicht aus“, weiß man beim RVN. „Wer sich jedoch einmal selbst in ein Ruderboot gewagt hat, merkt sehr schnell, dass dem nicht so ist.“ Die richtige Rudertechnik von der Pike auf zu erlernen und ein Boot gemeinsam mit der Mannschaft sicher und möglichst gleichmäßig zu beherrschen, erfordert viele Trainingsstunden.
Doch nicht nur Technik und Kondition mussten die Ruder-Rookies unter Beweis stellen. Auch eine gehörige Portion Lampenfieber und Nervosität war mit an Bord. Nicht jedes Rennen verlief deshalb vollkommen fehlerfrei. Umso beeindruckender war es, wie souverän die Mannschaften die kleinen Herausforderungen meisterten.
Am Ende durften sich „Die Wassermäuse“ vom Kreisverband der Wasserwirtschaft über den obersten Platz auf dem Siegerpodest freuen. Auf Platz zwei ruderten die „Strömungsbrecher“ von BASF. Die Mannschaft „Spitze-Hake-Rathaus“ der Stadt Nienburg sicherte sich den dritten Platz. Als Belohnung erhielten die Sieger Gutscheine für einen Besuch in ausgewählten Restaurants.
Bootstaufe und besondere Wettkämpfe
Bevor das weitere Regattageschehen auf der Weser begann, nutzte der RVN die feierliche Gelegenheit, ein neu erworbenes Ruderboot zu taufen. Der besonders leichte Doppelzweier erhielt den Namen „Milan“. Mit einer traditionellen Sektdusche wurde das Boot getauft und anschließend unter guten Wünschen zu seiner Jungfernfahrt zu Wasser gelassen.
Auch die RRASS hatte etwas zu bieten: Fünf ihrer Mitglieder demonstrierten bei einer kleinen Showeinlage eindrucksvoll ihre Geschicklichkeit im Ruderboot.
Wer selbst einmal ausprobieren wollte, wie sich Rudern anfühlt, hatte ebenfalls Gelegenheit dazu. Auf bereitgestellten Ruderergometern konnten die Besucher ihre eigene Kraft und Technik testen.
Ein weiteres Highlight waren die Rennen „Oldies gegen Youngster“. Ruderer des RVN und der RRASS traten dabei sowohl im Doppelzweier als auch im Gig-Doppelvierer gegeneinander an. Angesichts des hohen Leistungsniveaus und der zahlreichen regelmäßigen Trainingseinheiten der jungen Generation ließ sich zwar erahnen, bei wem die Zielglocke vermutlich zuerst ertönen würde. Trotzdem fieberten die Zuschauer bei beiden Rennen gespannt mit.
Gemeinsam ein großes Event gestemmt
Besonders hervorzuheben war die hervorragende Zusammenarbeit zwischen der Ruderriege der Albert-Schweitzer-Schule und dem Ruderverein Nienburg. Ein solches Event auf die Beine zu stellen, bedeutet viel Arbeit, Organisation und einen erheblichen zeitlichen Aufwand.
Nicht nur die Ausbildung der Ruder-Neulinge und die begleiteten Trainingsfahrten wurden gemeinsam organisiert. Auch beim Catering, Auf- und Abbau sowie der gesamten Planung und Durchführung der 2. Stadtregatta arbeiteten die RRASS und der RVN Hand in Hand. Jung und Alt gemeinsam auf und neben dem Wasser, genau das machte den besonderen Charme dieser Veranstaltung aus.
Ein besonderer Dank gilt deshalb auch den zahlreichen Helfern im Hintergrund. Dazu gehörten unter anderem die DLRG und die Wasserschutzpolizei, die für die Sicherheit der Ruderer sorgten. Ebenso gilt der Dank den geduldigen Kapitänen der Binnenschiffe.
Während der Veranstaltung war nämlich der allgemeine Schiffsverkehr auf der Weser gesperrt; lediglich für zwei Stunden bestand eine Möglichkeit zur Durchfahrt.
Am Ende waren sich Organisatoren, Teilnehmer und Zuschauer einig: Trotz Wind, Regen und Kälte war die 2. Nienburger Stadtregatta ein voller Erfolg und ein eindrucksvolles Beispiel dafür, was möglich ist, wenn viele Menschen gemeinsam anpacken.
Vielen Dank an alle, die zum Gelingen dieser besonderen Veranstaltung beigetragen haben!
