Feuerringe, kosmische Erfahrungen, Moll-Fantasien? Musikalisches Feuerwerk an der ASS!

Sehr gut besuchter Musik- und Kulturabend der Albert-Schweitzer-Schule/Eindrucksvolles Repertoire macht Giebelsaal zum Konzerthaus

Zu Beginn wurde kaum ein Ton richtig getroffen. Es ist Freitag, der 06. März, 18:00h. Auftakt des angesehenen Musik- und Kulturabends der Albert-Schweitzer-Schule im wunderschönen Giebelsaal. Kein Auftakt nach Maß! Wie kann es dann sein, dass kein Zuhörer eines Musikkonzerts mit Höhen und Tiefen am Schluss – Achtung: Wortspiel! – verstimmt war? Die einleuchtende Erklärung: Weil auf die anfänglichen Tiefen anschließend nur noch Höhen folgten!

Tonprobleme der Mikrophonanlage waren es nämlich, die die charmante, schnörkellose, auf das Wesentliche – die Musik – konzentrierte Moderation der Oberstufenschülerinnen Sophie Burgdorf und Anna Schütz kurzzeitig ein wenig sehr zwischen laut und leise – pianissimo und fortissimo – changieren ließ. Aber die waren ‚presto‘, sehr zügig, behoben. Beweis: Als Sophie das erste Stück – die Bläsergruppe unter dem Dirigat von Musiklehrerin  Elisabeth Vogels spielte >The Parting Glass< – ankündigte und mit einem Lachen bemerkte, dies heiße übersetzt ,Das Glas zum Abschied‘, verließ niemand im Publikum den Saal. Statt dessen ließ man die Bläsergruppe nach diesem und ihren weiteren Stücken ,Firework‘, ‚Cinema Paradiso‘ und ‚Libertango‘ hochleben.

Und damit war der Ton gesetzt für ein eindrucksvolles Repertoire klassischer und moderner Stücke, die Gesangs- und Instrumentalsolisten wie Musikgruppen anschließend erklingen ließen.

Die Zuschauer, die allesamt in den Genuss von Gratiskarten gekommen waren, bekamen nun sogar ‚Cash‘ obendrauf. Nämlich Johnny Cash. Lasse Heidorn, Jahrgang 12, riss das Publikum mit >Ring of Fire< von den Sitzen – Gitarrenspiel und Gesang (und übrigens auch sein Outfit!) waren so gelungen, dass ein riesiger Applaus aufbrandete.

Kontrastprogramm anschließend: Karl-Friedrich Scheel (Jahrgang 11) trug, chorisch unterstützt und am Klavier begleitet von Musiklehrerin Antje Falldorf-Podehl, mit einfühlsamer Stimme „Die Krähe“, Lied Nr. 15 in c-Moll, aus Schuberts >Die Winterreise< vor. Eigentlich sollte Schuberts ‚Winterreise‘ bereits vor einiger Zeit aufgeführt werden – wegen des doch unerwartet sehr schneereichen Winters wurde aus der Reise nichts. Doch der treue Todesbote, die Krähe, wird im kommenden Winter das entfallene Konzert ganz gegen seine Natur wieder zum Leben erwecken. Ankündigung folgt!

Der dritte Sänger in Folge war dann Sahin Sengönül, Jahrgang 13, der die Bandbreite der Stücke auch kulturell noch erweiterte und gefühlvoll und intensiv das türkische Lied >Duidum ki unut mussun< vortrug.

Die Breite des Repertoires verdeutlichte auch die Big Band Formation , die mit >Smooth Operator< für Schwung sorgte, wohingegen am Klavier Lisa Schlegel (Klasse 9e) Griegs >Humoreske<, op. 6, Nr. 3, und ihre Schwester Lena Schlegel (Klasse 11a) Mozarts >Fantasie d-Moll, KV 397< fingerfertig und mit großem Ausdruck darboten. Im Publikum schauten nicht wenige fasziniert zu, wie die Finger der beiden Pianistinnen über die Klaviatur glitten!

Ein weiteres großes Nachwuchstalent ist Jan Niklas Hoppe, Klasse 9c. Mut und Entschlusskraft sind ganz offensichtlich Eigenschaften, die ihn auszeichnen. Er ist gerade ein halbes Jahr an der ASS, und doch hat fast jeder schon von ihm gehört. Am Klavier in der Pausenhalle der Schule ist er häufig zu sehen und zu hören. Lange ein Autodidakt, wagte er sich nach nur wenigen Monaten in der Musikschule an Tony Anns Mashup >The Interstellar Experience<, ein Stück, das als schwierig gilt und von dem ihn sein Musikschullehrer zum Glück vergeblich abhalten wollte. An diesem Abend ein Gänsehaut-Moment, der sogar den Moderatorinnen kurzzeitig die Sprache verschlug. ,,Audentes fortuna iuvat“ (Vergil), den Wagemutigen hilft das Glück!

Den Abschluss bildeten die Stücke >Happy< von Pharrell Williams, >Hey Jude< von den Beatles und >Dancing Queen< von Abba, dargeboten vom Handglockenensemble „Viva la Bell“, so der neue Name des Ensembles, unter der Leitung von Diemut Eickhoff, die nicht nur durch ihr Dirigat ihr Ensemble zum Klingen brachte, sondern durch eine Wendung zum Publikum auch dieses animierte und damit zu einem klangvollen Abend beitrug! Ein ganz besonderer Dank für diesen schönen Musikabend gilt Musiklehrerin Christina Hinzmann-Suckel, die hauptverantwortlich für die Organisation des Abends und die gelungene Zusammenstellung des Programms war, die unverschuldeten Tonprobleme am Beginn schnell in den Griff bekam und die für dieses Musikevent lobende Töne verdient hat!

Vh

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